L’oeil cacophonique, 2020

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© Aurore Valade

Die digitalen Plattformen sind ein Reservoir für kreative Materialien und Ausdrucksformen. Sie können aber auch als Bedrohung für unsere Wachsamkeit und unsere Freiheiten aufgefasst werden. Kann man überhaupt noch von persönli­chem Ausdruck sprechen, wenn alles daran gesetzt wird, unsere Aufmerksamkeit zu ergattern und unsere Emotionen auf Emoticons herunterzubrechen? Die Künstlerin Aurore Valade hat eine Klasse des französischen Gymnasiums Biel dazu eingela­den, die in den sozialen Netzwerken generierte Bilderflut mit analogen und digitalen Mitteln zu dekonstruieren. Ausgehend von Screenshots, die von ihren Interaktionen in den sozialen Netzwerken gemacht wurden, haben die Schülerinnen und Schüler die Sprache 2.0 zugeschnitten, gezeichnet und überarbeitet, um analoge Symbole zu kreieren, mit denen sie anschliessend posierten und dabei fotografiert wurden. Die Bilder, die aus dieser Zusammenarbeit hervorgingen, verleihen den Emotionen und Ansprüchen der Schülerinnen und Schüler wieder eine Körperlichkeit – mittels einer bildhaften und darstellerischen Geste. Die Fotografie ermöglicht es, eine bildliche Erinnerung an die fragilen digitalen Interfaces zu bewahren, die so oft dem Vergessen anheimfallen.

Ort: Residenz Au Lac

Bio

Aurore Valade (FR), born in 1981, lives and works in Arles and Madrid. A graduate of the Bordeaux Ecole des Beaux-arts and the Ecole Nationale Supérieure de la Photographie in Arles, she was a fellow at the Casa de Velázquez, Académie de France in Madrid. She won the HSBC Foundation Photography Prize in 2008 and the Rencontres d’Arles Photo Folio Review Award in 2017. Her work has been exhibited in Les Rencontres d’Arles Festival, Mucem Museum in Marseille, Hong Kong Photo Festival, to name but a few. 

www.aurore-valade.com