Eine kurze Chronologie

2016 Permis de construire
Die Bieler Fototage nehmen ihren 20. Geburtstag zum Anlass, sich mit einem grundlegenden Aspekt der Fotografie auseinanderzusetzen: Der (Re)Konstruktion der Realität. Welche Wirklichkeit zeigt uns das zeitgenössische Bild im Zeitalter der Vervielfältigung kreativer Prozesse? Direkte Aufzeichnung, Montage, Inszenierung oder 3D sind nur einige der Mittel, welche die ausgestellten FotografInnen nutzen, um Themen wie Identitätsbildung, historische Rekonstruktion, Künstlichkeit oder die Konstruktion des Bildes selbst anzugehen.

2015 Adaptation
Die 19. Bieler Fototage beleuchten die Tendenzen in der jungen Fotografie aus der Schweiz und dem Ausland anhand eines hoch aktuellen Themas: der Adaptation. Die eingeladenen Fotografinnen und Fotografen ergründen diese herausragende Fähigkeit alles Lebenden, sich anzupassen, und sie zeigen auf, wie sich der Mensch, das Tier, aber auch die Landschaft verändern, wenn sie auf neue Gegebenheiten und Umstände reagieren. Im 21. Jahrhundert sind die Herausforderungen in erster Linie menschen-gemacht. Das Individuum wird als Einzelperson oder in der Gruppe vor noch nie dagewesene Situationen gestellt und sucht nach Lösungen dafür – entweder, indem es sich anpasst, oder indem es Widerstand entwickelt.Das Festival hat engagierte Arbeiten ausgewählt, die Themen behandeln, welche die Zukunft unserer zeitgenössischen Gesellschaften wie die intensive Ausbeutung von Ressourcen, den Neokolonialismus, die Demographie, die wirtschaftlichen Zwänge, die kürzlich erfolgten politischen Umwälzungen, die Religion, die genetischen Veränderungen, den Klimawandel, die neuen Technologien, aber auch die verschiedenen Nutzungsarten des Mediums Fotografie selbst behandeln. Die Fotografinnen und Fotografen haben hoch aktuelle Sujets an allen Ecken und Enden des gesamten Planeten ausgemacht, von Japan bis in die USA, von der Ukraine bis nach Lesotho – und natürlich nicht zu vergessen die Schweiz. Die dokumentarischen, humanistischen oder konzeptuellen Bilder, mit wissenschaftlichem oder typologischem Anspruch, aus Archiven stammend oder mittels Vereinnahmung des Raums entstanden, liefern einen Überblick über die gegenwärtigen Praktiken in der Fotografie.

2014 Hybride
Die 18. Ausgabe der Bieler Fototage setzt sich mit dem Thema Hybridisierung in der zeitgenössischen Fotografie auseinander. Im Spannungsfeld zwischen der Erfassung der Wirklichkeit und digitaler Technologie eignet sich das Medium Fotografie dank seiner Flexibilität bestens für Vermischungen. Diese Fähigkeit macht aus ihr ein ideales Instrument, mit dem die Herausforderungen einer globalisierten Welt dargestellt werden können. Die Arbeiten der dieses Jahr ausgestellten Fotografen zeigen den Zusammenstoss verschiedenartiger Elemente, rufen die Vermischung der Kulturen in Erinnerung, zeugen von der Fragmentierung des Individuums, aber auch von einer kollaborativen Wirtschaft. Das Bild wird lebendig, um die Widersprüche herauszuarbeiten, die sich in der Wirklichkeit auftun, um Literatur und Bild in eins zu bringen, oder um mit dem Zuschauer zu interagieren.

2013 Wendepunkte
Unter dem Motto «Wendepunkte» zeigen die Bieler Fototage im Rahmen ihrer 17. Ausgabe Fotografinnen und Fotografen aus der Schweiz und dem Ausland, die die Instabilität der Welt und die Auswirkungen – positive oder negative – darstellen, die diese Instabilität auf die Individuen zeitigt. Die Vielfalt der fotografischen Ansätze, der oft engagierte Charakter der Arbeiten und deren Inszenierung in den verschiedenen Räumen wecken ein grosses Interesse bei Besucherinnen und Besuchern und der Presse. Die 27 über die ganze Stadt Biel verteilten Ausstellungen mit ihren ca. 50 gezeigten Fotografinnen und Fotografen vermochten über 6500 Interessierte anzu­ziehen. Einmal mehr ein Erfolg! Die Events (17 an der Zahl) stiessen ebenfalls auf ein breites Echo beim Publikum, das damit aus dem Festival eine Plattform für Treffen, den Wissenaustausch und Diskussionen rund um die zeitgenössische Fotografie machte. Internationale und nationale Experten sichten im Rahmen der Meeting Days während drei Tagen Portfolios; in Zusammenarbeit mit Pro Helvetia werden 2 Tables rondes zu Fragen rund um den fotografischen Nachwuchs und die Kulturvermittlung anlässlich von Festivals organisiert; und der Wettbewerb Foto Safari eröffnet allen die Möglichkeit, Biel auf eine originelle Art und Weise zu erkunden. Das Team Kulturvermittlung initiiert eine Zusammenarbeit mit dem Bieler Regionalgefängnis und stellt unter dem Titel «Création d’espaces photographiques» Arbeiten von Insassen vor. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv der Stadt Biel zeigt das Festival zudem eine Auswahl von 40 Abzügen. Preisträger des «Rado Star Prize Switzerland 2013 @ Biel/Bienne Festival of Photography» ist der Schweizer Fotograf Olivier Christinat. Die 17. Ausgabe des Festi­vals wird um einen neuen Ausstellungsort bereichert: Die Pumpstation «Sagiloch» in Nidau.

2012 Sehen und gesehen werden
Ein Spiegel unserer digitalen Zeit waren die Fototage 2012. Der Boom sozialer Netzwerke und eine drastisch zunehmende Nachfrage nach Überwachungstechnologien animierten eine Vielzahl nationaler und ebenso viele internationale Künstler zu 23 kritischen und hochwertigen Fotoprojekten. Ein Publikumszuwachs blieb auch dieses Jahr nicht aus: 6300 Gäste konnte das Festival dieses Jahr in Empfang nehmen. Gut besucht war unter anderem der Tag der FotografInnen. Neuerungen wie der Meeting Day, ein Event welcher dem Portfolio Review gewidmet ist, oder die Verdan Scheune als neuen Ausstellungsort liessen das diesjährige Fotofestival zu einem vollen Erfolg werden. Zum ersten Mal wurde auch der Rado Star Prize Switzerland at Biel/Bienne festival of Photography verliehen. Mit Werken, die zu Reflektionen über das Medium selbst anregen, profilieren sich die Bieler Fototage immer mehr als ein aufsteigendes Festival der zeitgenössischen nationalen und internationalen Fotografie. Die Fototage gehörten dieses Jahr zudem zu den auserwählten Teilnehmer des nofound photo fair in Paris.

2011  Le temps fait son oeuvre
Wie es der Titel bereits erahnen lässt, widmete sich das Festival im Rahmen seines 15-jährigen Jubiläums ganz und gar der Zeit und seinem Naturell. Insgesamt 26 Ausstellungen zeitgenössischer Fotokünstler veranschaulichten die Wirkung von Zeit auf technischer wie auch auf inhaltlicher Ebene. Erfreulicherweise durfte die diesjährige Ausgabe im Vergleich zum Vorjahr nicht nur einen Viertel mehr Ausstellungen präsentieren, sondern hatte inzwischen auch eine Quote von 50% internationaler Aussteller erreicht. Damit erlangten die Fototage in ihrer Grösse und internationalen Bedeutsamkeit ein beachtliches Format. Die Rekordzahl von 6000 Besuchern bezeugt, dass es dank einem dichteren Austellungs-, Veranstaltungs- und Kunstvermittlungsprogramm gelungen ist, ein breitgefächertes Publikum anzusprechen. Im Oktober konnten die Bieler Fototage am amerikanischen Festival Atlata Celebrates Photography teilnehmen.

2010  kollateral
Unter dem Titel «kollateral» stellten junge, vielversprechende FotografInnen und Talente, die ihr Können bereits unter Beweis gestellt hatten, Arbeiten vor, in denen der fotografische Blick in einer neuen und überraschenden Weise auf Sujets wie etwa die Attentate des 11. Septembers, Rockstars oder die Problematik der globalen Erwärmung gerichtet wurde. Die 21 Ausstellungen wurden an verschiedenen Örtlichkeiten der Stadt Biel gezeigt, darunter 5, an denen erstmals überhaupt Fotos gezeigt wurden. Das Festival, das immer mehr internationale KünstlerInnen zeigt, wurde von über 5000 Personen besucht. Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm (Projektionsabende, Wettbewerb, kommentierte und themenbezogene Ausstellungsrundgänge) verzeichnete mit über 500 Teilnehmenden einen noch nie dagewesenen Erfolg.

2009  Bande à part
Das Thema von 2009, Gemeinschaften und Individuen, hat das Publikum der Bieler Fototage besonders angesprochen, die Zahl der Besucher erhöhte sich auf 4800 Personen. Auch die Besucherzahl des Kulturvermittlungsprogramms hat im selben Mass zugenommen (20% mehr Besucher). Ohne die Zusammenarbeit mit ausländischen Festivals zu beenden, laden wir immer mehr inernationale Fotografen an die Bieler Fototage ein: ein Drittel der Ausstellenden kommen 2009 aus dem Ausland. 2009 sind es sogar zwei Drittel der ausgestellten Serien, welche bis anhin unveröffentlicht waren: ein weiterer Grund für die Anziehungskraft des Festivals. Zum ersten Mal wird zudem ein Fotowettbewerb lanciert, welcher auf grosses Echo stösst: 115 Teilnehmende aus der Schweiz und dem Ausland machen mit.

2008  Make believe. Inszenierte Fotografie
Die 2007 initierte Kommunikationsstrategie trägt Früchte: 4000 Personen besuchen die zwischen den Museen und der Altstadt verteilten 20 Ausstellungen, das sind 10% mehr als im Vorjahr. Ein Kulturvermittlungsprogramm mit 22 verschiedenen Ateliers und geführten Rundgängen, welches zum ersten Mal auf die Beine gestellt wurde, hat ebenfalls ein grosses Publikum angelockt. Auf unserer Internetseite sind – auch zum ersten Mal – Interviews mit den Fotografen aufgeschaltet. Die Hälfte der ausgestellten Serien 2009 waren Erstveröffentlichungen. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Fotofestivals in der Schweiz und dem Ausland wird weitergeführt. Ein Ausstellungsaustausch findet mit der Biennale dell’immagine in Chiasso statt und drei Fotografen der Ausgabe 2007 repräsentieren die Bieler Fototage am Internationalen Festival für Fotografie F-Stop in Leipzig im Juli 2008. Die Arbeit von Sarah Girard wird sogar mit einem Preis ausgezeichnet.

2007  Non-lieu
Hélène Joye-Cagnard und Catherine Kohler traten ihren Posten als neue Direktorinnen der Bieler Fototage an. Die 19 Ausstellungen, welche diverse Facetten des Themas „non-lieu“ beleuchteten, vermochten ein grosses Publikum anzuziehen. Die Besucher wussten besonders zu schätzen, dass sie hier Einblick in das aktuelle Schaffen junger schweizer Fotografen nehmen konnten, welche andernorts noch kaum ausgestellt wurden. 3500 Besucher aus der ganzen Schweiz haben den Weg nach Biel gefunden, das entspricht den Zahlen vom letzten Jahr trotz der kürzeren Dauer der Festivals. Ein Erfolg waren auch die öffentlichen Führungen, welche dieses Jahr zum ersten Mal angeboten wurden. Die Ausgabe 2006 "Die Rückkehr der Physiognomie" wird 2007 in Krakau im Rahmen des Monats der Fotografie gezeigt.

2006  Die Rückkehr der Physiognomie
Die Bieler Fototage feiern das Jubiläumsjahr zum zehnjährigen Bestehen indem sie den Menschen ins Zentrum ihres Themas stellen. Zu dieser Gelegenheit präsentiert die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und das CentrePasquArt die Ausstellung PHOTOsuisse. Insgesamt 57 FotografInnen werden in Biel an 13 verschiedenen Orten gezeigt. Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts welches 2006 initiiert wurde, nehmen auch zwei renommierte Fotoschaffende aus Afrika an dieser zehnten Ausgabe teil: Nontsikelelo ,Lolo’ Veleko und Sérgio Santimano. Auch wird dem altbekannten Fotoautomaten eine Hommage gezollt; so kann der Besucher seine eigene Physiognomie zu den Ausgestellten hinzufügen. Ein Programm mit verschiedenen Veranstaltungen und Vorführungen begleitet die Ausstellungen, darunter ein grosses Jubiläumsfest. Diese Ausgabe ist die letzte unter der Direktion von Barbara Zürcher.

2005  «on the road… again»
Die Ausgabe 2005 ist dem Thema Mobilität gewidmet. Zahlreiche Projekte «unter freiem Himmel» laden Besucherinnen und Besucher zu Entdeckungsspaziergängen ein. Unter anderem wird entlang der Schüss auch eine visuelle Promenade eingerichtet. Die Zusammenarbeit mit Bieler Institutionen wird weitergeführt: Gezeigt wird die Ausstellung «Das Gesicht bewahren – « Conservez ce visage!», in der Bilder aus ehemaligen Fotoateliers oder -geschäften gezeigt werden. Eine Strasse in Biel wird (wieder) auf den Namen «Fotografengässchen» (um)getauft. Es werden weitere externe Partnerschaften in der Schweiz und im Ausland eingegangen: Die Ausstellung wird in reduzierter Form im Haus für Kunst Uri in Altdorf, am Fotofestival in Maputo (Moçambique) und, Zukunftsmusik, 2007 in am Photo Market Workshop in Johannesburg (Südafrika) gezeigt.

2004  De la vie à la mort – de la mort à la vie
Für die achte Ausgabe integrieren die Bieler Fototage ein weiteres Stadtquartier in den Ausstellungsrayon: Auch das Bahnhofsviertel steht nun für die Dauer des Festivals im Zeichen der Fotografie. Zentrales Ausstellungsthema sind Langzeitreportagen. Dem bekannten Reportagefotografen Werner Bischof wird aus Anlass seines 5. Todestags eine Hommage ausgerichtet. Die Fototage bauen die Kooperation mit verwandten Organisationen aus und zeigen die Wanderausstellung «Il lungo addio» zur italienischen Einwanderung in der Schweiz. Die Bieler Bevölkerung wird eingeladen, an der Ausstellung «Heiraten in Biel» teilzunehmen. Erstmals wird ein Ausstellungskatalog gedruckt. Die Berliner Verleger «etc.» übernehmen auch in den Folgejahren die Gestaltung und den Druck des nun alljährlich erscheinenden Ausstellungskatalogs. Dank der Zusammenarbeit mit diesem Verleger und der Initiative der Schweizer Botschaft in Berlin werden die diesjährigen Ausstellungen der Bieler Fototage im Folgejahr 2005 in etwas reduzierter Form auch in Berlin gezeigt. Die Fototage verstehen sich künftig als Plattform für das Bekanntmachen und die Diffusion der Schweizer Fotografie.

2003  Auf den Spuren der Zeit
2003 wird zum Übergangsjahr. Barbara Zürcher tritt ihren Posten als neue Direktorin der Bieler Fototage an. Die Bieler Fototage schliessen sich dem Ausstellungszyklus «musées.03 Spuren-Traces» an, die von den drei Bieler Museen konzipiert wurde. Zentrales Thema sind Bilder zur Vergänglichkeit, zur Bewegung und zur Mode. Ebenfalls gezeigt wird eine Auswahl von Fotografien aus der Bildersammlung der Stadt Biel. Das Filmpodium zeigt ab 2003 im Ausstellungsmonat jeweils Filme, die sich thematisch an den Bieler Fototagen orientieren.

2002  Macht und Freiheit
Die sechste Ausgabe der Bieler Fototage sucht Synergien mit der gleichzeitig stattfindenden Expo.02. Ab dem 15. Mai ist auf der Arteplage Neuenburg die von den Bieler Fototagen gestaltete Ausstellung «Copy & Paste» zu sehen. Ab 31. Mai wird im Centre PasquArt die vom Photoforum PasquArt konzipierte Ausstellung «A la carte» gezeigt. Für die Ausstellung lieferten sämtliche Foto-Institutionen der Schweiz einen Beitrag nach freier Wahl. Im Morgengrauen des 20. Juli fand auf der Arteplage Neuenburg eine Performance mit dem Fotografen Spencer Tunick statt. Organisiert wurde die Performance von den Bieler Fototagen sowie den Arteplages Neuenburg und Jura. Am 6. September öffnet das Festival seine Türen auch in Biel. Thematisch folgen die Ausstellungen dem übergeord 778538neten Thema «Macht und Freiheit».

2001  Landschaft(en) / die Natur der Dinge
Die fünfte Ausgabe der Bieler Fototage findet unter dem Gesichtspunkt der Öffnung statt. Im Rahmen des gesamteuropäischen Projekts «Cosa mentale / paysage(s)» widmen sich die Ausstellungen dem Thema Landschaft in der zeitgenössischen Kunst. Die Bieler Fototage werden eingeladen, eine Ausstellung in Paris zu gestalten und zeigen im Gegenzug zwei Kollektivausstellungen von zwei renommierten externen Kuratoren. Aus Anlass des fünfjährigen Bestehens erscheint ein Katalog. Die Bieler Fototage erhalten von der Stadt Biel eine Ehrung für kulturelle Verdienste.

2000  objektiv subjektiv
Ab 2000 beteiligen sich die drei Bieler Museen Schwab, Neuhaus und PhotoforumPasquArt an den Ausstellungen und stellen damit den Fototagen eine professionelle Struktur zur Verfügung. Die Bieler Fototage selbst bleiben, was sie immer waren: eine unabhängige Organisation. Das zentrale Thema sind diesmal Sichtweisen und Sichtwinkel. Im wahrsten Sinne des Wortes beleuchtet werden die Beziehungen zwischen Fotografie, Realität und künstlerischer Veränderungskraft.

1999  Wenn die Bilder stehen bleiben…
Im Zentrum der dritten Ausgabe der Bieler Fototage steht diesmal das Medium Fotografie. Es wird den Beziehungen zwischen Foto und Film/Kino und der Technik/Form der beiden verwandten Bildsprachen oder Kunstformen nachgegangen. Das Festival findet seine endgültige Passform: Ein zentrales Ausstellungs-Thema wird umrahmt von «coups de cœur» (Ausstellungen oder Künstlerinnen/Künstler, die den Veranstaltern am Herzen liegen/die ihnen aufgefallen sind), von einer «carte blanche» (eine Ausstellung, mit der man gleichsam die Katze im Sack kauft) und Begleitveranstaltungen wie Konferenzen oder Diskussionen. Das bedeutet gegen 20 Ausstellungen mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern an ca. 15 über die Altstadt verteilten Ausstellungsorten. Mit einer grossen Ausstellung wird Stanley Kubrick, der seine Karriere als Fotograf begann, die Ehre erwiesen. Angesichts der grossen Anzahl von Besucherinnen und Besuchern geben die Veranstalter ihre Absicht kund, aus Biel eine Zentrum des Bildes zu machen.

1998  Süden und Migration
1998 stellen die Organisatoren erneut die Reportagefotografie ins Zentrum. Gezeigt werden Bilder aus den Mittelmeerländern, aber auch aus Kuba, dem Iran, von den Romani-Zigeunern in Rumänien und von Anabaptisten. Die Altstadt wird von der Fotografie erobert, zahlreiche ungenutzte Örtlichkeiten werden in Ausstellungsräume umgewandelt. Wieder sind die Fototage international ausgerichtet. Und wieder gibt es «Begleitmusik»: Konferenzen und Projektions-Installationen umrahmen das Festival; es gibt ein Festival-Bistro. Die Anzahl der Ausstellungen wird gleich verdoppelt, es sind ihrer 20 an der Zahl, darunter eine Kollektivausstellung des französischen Kulturmagazins «Les Inrockuptibles».

1997 Bieler Fototage
Die ersten Bieler Fototage gehen zurück auf die Initiative von zwei Bieler Organisationen, die sich der Fotografie verschrieben haben: Fous d’images (gegründet im selben Jahr wie die Fototage, also 1997) und das Photoforum PasquArt (gegründet 1984). Man zählt 10 Ausstellungen, und schon damals waren die Fototage international ausgerichtet. Gezeigt wird u.a. die Kollektivausstellung «Mémoires du Vietnam» («Erinnerungen an Vietnam»). Die Ausstellungsorte befinden sich in der Bieler Altstadt und im PhotoforumPasquArt. Das Festival wird begleitet von einem Foto-Flohmarkt, einer Versteigerung von Bildern und von Fotokursen für Kinder. Das Festival, so die Überzeugung der Verantwortlichen, soll «eine Begegnung mit unterschiedlichen Facetten der Fotografie» ermöglichen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der Region, aber auch zahlreiche «externe» Interessierte besuchen die Ausstellungen. Die Bieler Presse – und die zahlreichen Besucherinnen und Besucher – geben angesichts des Erfolgs der Hoffnung Ausdruck, aus Biel könne künftig eine «Hauptstadt der Fotografie» werden.